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Lost in Translation

Autor: Ilva | Datum: 12 Februar 2012, 18:52 | 1 Kommentare

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„No John, say: schön.“ „Schon“ „Schööön.“ „Schooon.“ „No no, like this: ÖÖÖ, Dankeschööööön.“ „Dankeschooooon.“ „Eieiei, now your turn Viateur. Schön.“ „Schön.“ „Ja, perfect Viateur. Now say: Tschüss!“ „Tschuss.“ „Hach Gott….“

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Hach ja, meine Deutschstunden. Das ist schon eine ganz interessante Sache. Besonders da sie bei Weitem nicht wie meine normalen Englischschüler sind. Meine Deutschklasse besteht aus drei Leuten: John (dem Pastor meiner Gemeinde und Erzdiakon der Diözese), John (dem Buchhalter der Diözese – der Name kommt hier übrigens sehr häufig vor) und Viateur (dem Leiter des landwirtschaftlichen Entwickungssevices hier). Die Tatsache, dass sie alle so hohe Positionen haben, macht den Unterricht zu einer Herausforderung der ganz besonderen  Art. Vorallem für meine Geduld. Zunächst mussten wir einen gemeinsamen Termin finden, was zu Anfangs schier unmöglich schien. Und nun da wir einen gefunden haben, kommt einer der drei immer mindestens eine halbe Stunde zu oder gar nicht. Und wenn sie dann mal alle da sind, klingelt alle fünf Minuten ein Handy.

Alle drei sprechen fließend Englisch, was die Unterrichtsgestaltung um einiges leichter macht. Und auch viel amüsanter. In solchen Momenten, wie gerade beschrieben, wo drei erwachsene, hoch respektierte  Männer zwischen 25 und 55 Jahren versuchen meine Mundbewegungen und Betonungen genau nachzuahmen und daran in den meisten Fällen kläglich scheitern, kann ich meistens nicht anders als in Lachen auszubrechen. Manchmal ist es zwar auch zum Verzweifeln, aber in den meisten Fällen doch eher zum Schießen. Es macht mir echt Spaß.

Eher entmutigend ist jedoch die Tatsache, dass mein Unterricht so beliebt ist, dass noch mehr Leute hinzukommen wollen. Etwas paradox, ich weiß. Doch Zulauf für meinen Unterricht bedeutet noch mehr wichtige Menschen, die alle zehn Minuten rausrennen, weil es in ihrer Hose oder Tasche vibriert. Da heißt es wohl einfach, Nerven behalten.

 

Und diese Deutschstunde ist in den meisten Fällen nur der Höhepunkt eines sprachüberfluteten Tages.

Nicht gerade selten beginnt es mit einem schönen Frühstück auf Englisch. Natürlich vorausgesetzt, dass mein Haus Besucher beherbergt. Diese sind sowieso in 95% der Fälle englischsprachig. Ich darf mein noch halb schlafendes Gehirn also direkt zu Tagesbeginn mit einem englischen Gebet überfordern, dass ich aus den Ecken meines lahmen Kopfes zusammen kratze.

Später, natürlich genau dann, wenn ich zu meiner ersten Unterrichtsstunde aufbrechen möchte, kommt kurz meine Nachbarin vorbei, um mir die allmorgendliche Frischmilch zu bringen. Eigentlich nimmt sie sich immer fest vor, vor 8 Uhr zu kommen, aber da die Ruander immer noch später dran sind als ich, sind ihre Verspätungen  keine wirkliche Überraschung.

Es folgt eine Tötterrunde auf Französisch mit einem Hauch von Kinyarwanda, wo wir uns über den neuesten Klatsch und Tratsch der Kirche auszutauschen. Da ich jedoch nicht die ruandischen Maßstäbe an Pünktlichkeit erreichen will, reiße ich mich meistens nach zehn Minuten Geschnatter los, um mich auf den Weg zur Schule zu machen.

Eine schöne Abwechslung ist es, wenn ich auf dem Weg Harmut begegnete, dem deutschen Langzeitmitarbeiter hier. Er arbeitet allerdings in der Schreinerei auf der anderen Seite des Hügels weshalb das nicht allzu häufig passiert. Ein wenig schade, denn unsere immer wiederkehrende Diskussion über die Motivationen und Effektivität von Entwicklungshilfe wird mir echt nie langweilig. Und dafür nehme ich mir meistens auch die Zeit, egal wie spät ich dran bin. Denn ganz will ich meine inzwischen sehr mageren Deutschkenntnisse doch nicht verkümmern lassen.

Wenn ich dann letztendlich mit ca. einer halben Stunde Verspätung und doch leichtem schlechten Gewissen darüber in der Schule eintreffe (denn wenn es nicht Hartmut ist, verquatsche ich mich meist noch mit jemand anderem, dann allerdings auf Englisch oder Kinyarwanda), muss ich doch immer wieder überrascht feststellen, dass noch nicht mal mehr alle Schüler da sind (ich frage mich echt wann das aufhört mich so zu verblüffen, da es schlicht weg zum Alltag gehört – und da fragt man sich wirklich wieso man sich eigentlich diesen Stress macht). Nach eineinhalb Stunden Unterricht, ein einziger Kinyarwanda-Englisch-Brei, wird mein Tag von einer niederländischen Welle erfasst. Auch nicht sonderlich überraschend, da seit einem Monat eine niederländische Studentin den Nähunterricht in meinem Projekt/Schule unterstützt. Manchmal schaut noch ihr Professor und jeden Tag um 12 ihre Kollegen aus der Schreinerei auf der anderen Seite des Berges vorbei. Hin und wieder laden wir uns dann gegenseitig zum Mittagessen ein, wobei ich verzweifelt versuche den Unterschied zwischen Fries und Niederländisch herauszufinden und dabei noch so viele von den holländischen Vokabeln wie möglich mir ins Gehirn zu brennen, mit denen ich konstant bombardiert werde.

Nachmittags folgt dann entweder noch mehr Englischunterricht, englische Chorprobe oder seit neuestem auch Kinyarwanda Unterricht. Nach einem halben Jahr habe ich es endlich geschafft einen Lehrer zu finden. Leider würde ich das nicht ganz als Erfolg verbuchen, da meine Lehrerin mir zwar meistens meine englischen Sätze ins Kinyarwandische übersetzt, aber auf meine am häufigsten gestellte Frage „Why?“ , meist die Grammatik betreffend, keine Antwort weiß. Ich bin also trotz Lehrer noch weitestgehend damit beschäftigt die meisten grammatischen Regeln selber zu entwirren. Die Ruander haben nämlich leider kaum eine Ahnung vom Aufbau ihrer Sprache. Das ist echt anstrengend. Aber ich habe genug Möglichkeiten den ganzen Tag über meine falschen Kinyarwandakünste in den vielen Unterhaltungen mit den Mitarbeitern der Diözese, mit denen mein Tag gespickt, auszuprobieren und zu verbessern. Das hat für beide Parteien der Unterhaltung positive Effekte: Ich kann lernen und die Ruander haben was zum Lachen. So gewinnen alle.

5 Sprachen!!! Und ich habe leider nur ein Gehirn um sie alle zu verarbeiten. Und das fängt so langsam an zu rauchen.  Nur ein weiterer Aspekt, der mir hilft sofort in den Schlaf zu sinken, sobald meine Haare mein Kissen berühren.

Denn letztendlich ist es jedes Gefühl der Überforderung und Verlorenheit zwischen all diesen Sprachen allemal wert, solange ich nachts gut schlafen kann. Und das kann ich :)

 

 

Feiertage

Autor: Ilva | Datum: 10 Januar 2012, 19:01 | 1 Kommentare

Weihnachten in einer anderen Kultur...woah.

"Ilva, das wird bestimmt so eine coole Erfahrung, ich bin so neidisch, du wirst so viel sehen. Mensch ist das aufregend für dich!"

Jaja, diese Sätze oder auch so ähnlich habe ich wirklich oft gehört und auch selber gedacht. Ich war echt gespannt darauf, das zu erleben.

Das klingt nach einem großen "ABER"? Das hat es auch. Denn womit ich leider nicht gerechnet hatte, ist den 25. Dezember, den kulturellen Höhepunkt der ruandischen Feierlichkeiten, ans Bett gefesselt zu verbringen. Und da es dann doch so war, konnte ich leider wenig dagegen machen. Ich habe Weihnachten bei Moritz in Butare verbracht, wo wir auf einer Multikulti-Weihnachtsfeier eingeladen waren. Für die habe ich mich dann auch am späten Nachmittag aus dem Bett gehievt, allerdings nur mit Beschwerden. Aber das war es wert, denn wer kann schon von sich behaupten, dass er jemals mit drei Belgiern, einer Kanadierin, zwei Deutschen, zwei Australiern mit ihren kleinen Kindern, einem Briten und einem Ruander Weihnachten gefeiert hat? Ach ja, genau. Das wären dann wohl nur Moritz, Björge (ein deutscher Medizinstudent) und ich. Und es war wirklich schön und dafür hat es sich gelohnt, die Wärme und Gerborgenheit des Krankenlagers zu verlassen.

Da ich an Weihnachten die eigentliche "Kultur" meiner jetzigen Heimat verpasst habe, wollte ich zu Neujahr die komplette kulturelle Dröhnung geben! Leider ist das nicht ganz so einfach, denn nicht jede Gemeinde bietet kulturelle Dröhnung an. Und meine gehört leider zu denen, die es nicht tun. Ich habe versucht an dem Mitternachtsgottesdienst in einem Dorf teilzunehmen, wo mir allerdings Transport und Unterkunftsprobleme in die Quäre kamen. Wer hätte gedacht, dass es so schwierig sein kann, einfach mit ein paar Einheimischen traditionell ein wenig zu feiern? Aber ich habe trotzdem nicht aufgegeben.

Am 31sten habe ich an dem Jahresabschlussgottesdienst in meiner Kirche teilgenommen. Im Großen und Ganzen hat er sich nicht von den üblichen Gottesdiensten hier unterschieden. Er hat nur zwei Stunden zu spät angefangen (als ich das erste Mal zur Kirche auf dem Berg gestiefelt bin, war noch niemand da und in diesem Moment dachte ich mir wirklich, dass es vielleicht einfach nicht sein soll), insgesamt 5 Stunden gedauert (was selbst für ruandische Verhältnisse lang ist) und war erstaunlich schlecht besucht (aber dadurch ging es mir eigentlich besser, weil ich mich dann als Teil des harten Kerns der Gemeinde gefühlt habe).

Was diesen Gottesdienst aber wirklich für mich zu etwas Besonderem gemacht hat, waren die letzten Minuten, als alle die Möglichkeit hatten nach vorne zu kommen und zu erzählen wofür sie Gott im letzten Jahr dankbar sind. Die Schlange schien schier endlos. Und da konnte man wirklich spüren was für eine unglaubliche Quelle der Hoffnung Gott für diese Menschen ist. Er ist es, der sie am Leben hält, für sie sorgt. Dieser Gedanke ist es, der sie dazu befähigt weiterzumachen, wenn die Dinge aussichtslos scheinen. Und dementsprechend sind sie Ihm schlicht weg für ALLES dankbar. Es war schön ihnen die Dankbarkeit für das letzte und die Zuversicht für das nächste Jahr ansehen zu können.

Am Abend war ich beim Bischof zum Abendessen eingeladen, der über die Feiertage nach Hause zurück gekommen ist. Zur Feier des Tages gab es Leber (brrrr...) und ich habe sie natürlich voller Enthusiasmus gegessen. Im Anschluss haben wir seinen Bruder und dessen Familie besucht. Die sind unser beider Nachbarn, es war also eine sehr gemütlich Versammlung. Da der Bischof ins neue Jahr schlafen wollte, musste ich danach wohl oder übel allein ins neue Jahr starten. Was aber noch lange nicht heißt, dass ich nicht gefeiert habe. Im Gegenteil, so viel Stimmung hat das Halleluja-Haus wahrscheinlich noch nie erlebt. Und ich hatte echt Spaß daran mit meiner IPod-Musik in den Ohren das gesamte Haus und jedes einzelne Möbelstück unsicher zu machen. Ich hatte ehrlich einen tollen Abend (pflichtbewusst wie ich bin, natürlich nicht ganz so lange, denn am nächsten Morgen hat nun mal der nächste Gottesdienst auf mich gewartet).

Alles in allem kann man wohl sagen, dass meine Feiertage komplett anders gelaufen sind, als man sie sich vorstellen würde.

Trotzdem: Irgendwie fand ich es einfach super.

 

Ruandische Namen

Autor: Ilva | Datum: 19 Dezember 2011, 07:57 | 8 Kommentare

Jeder Ruander hat sowohl einen ruandischen Namen als auch einen christlichen. Der Christliche entspricht der "westlichen" Namensgebung, von Nathalie über John zu Valerie. Der Ruandische ist dem Christlichen vorgestellt, in Großbuchstaben geschrieben und hat irgendeine tiefer gehende Bedeutung/Übersetzung. Er beschreibt meist was die Eltern ihrem Kind bei seiner Geburt wünschen oder was dieses Kind für sie bedeutet. Es rangiert von „Hoffnung“  zu „Kind Gottes“. Kommt ein Europäer zu Besuch, haben manche Leute großen Gefallen daran diesen Leuten einen ruandischen Namen zu geben, der zu ihnen passt.

Letzte Woche bei der Convention  habe ich dann endlich meinen ruandischen Namen bekommen. Vom lieben Bishof Nathan =)

Ab jetzt lautet meine Vorstellung so: Muraho! Nitwa MUNEZERO Ilva.

Oder zu deutsch: Hallo! Ich bin Ilva, Mädchen der Freude.

 

Da habe ich mich ganz schön gefreut :)

 

Convention...

Autor: Ilva | Datum: 11 Dezember 2011, 21:27 | 3 Kommentare

Das war der Begriff, der mir offenbart wurde, als ich dazu eingeladen wurde. Was man darunter versteht? Keine Ahnung. Frage ich nach? Natürlich. Kriege ich eine Antwort? Natürlich nicht. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, ich habe mich ja inzwischen daran gewöhnt. Also hieß es für mich: abwarten, Tee trinken (die Verpackung verspricht übrigens "the finest tea of Rwanda" zu sein) und einfach alles auf mich zukommen lassen.

Was habe ich erwartet?

DAS NICHT!!!

4 Tage, über 40 Stunden Gottesdienst ausschließlich auf Kinyarwanda, 10 Predigten (von mindestens 1 1/2 Stunden Länge) und über 600 Menschen, die jeden Tag Kilometer lange Wege zurück legen, um etwas von Gottes Wort zu hören. Und ich mittendrin.

Was hätte ich am aller wenigsten erwartet?

 - Ich fand es einfach großartig!!! -

 Zugegeben: mein Gesäß hat zwischendurch mächtig geschmerzt, ich habe - trotz Übersetzer - das Wenigste verstanden und mehr als ein Mal habe ich mich gefragt, wie ich die nächsten Tage überleben soll und mir gewünscht, dass es endlich vorbei ist.

Aber das alles ist so unglaublich schnell vergessen, wenn die Gemeinde anfängt zu tanzen.

Zuerst hört man nur eine Stimme singen. Dann taucht ihr Besitzer aus der Menge auf und geht klatschend und weiterhin trällernd nach vorne, um sich das Mikrofon zu schnappen. Und trotzdem geht sein nächster Satz in der Stimmgewalt der einstimmenden Gemeinde unter. Das Keyboard setzt ein und plötzlich ist der ganze Raum erfüllt von ruandischen Rhythmen (ich sage bewusst ruandisch, denn diese sind meiner Meinung nach alles andere als typisch afrikanisch). Alles steht. Singt die Lieder, tanzt die Tänze, die jeder Ruanda in die Wiege gelegt bekommen zu haben scheint. In nullkommanichts ist der freie Platz vor der Kanzel bis auf den letzten Quadratzentimeter mit Menschen gefüllt. Sie wirbeln, springen, bewegen sich mit Schritten, die ich nicht mal mehr nachvollziehen kann. Der Boden pulsiert.

Es ist pure Freude, die jeden erfüllt.

 

(Und weil es mir so gut gefallen hat, habe ich ausnahmsweise mal Fotos hochgeladen:))

 (weiter)

 

Ein kleines Erlebnis aus dem Alltag...

Autor: Ilva | Datum: 02 November 2011, 21:14 | 6 Kommentare

Montags und Donnerstag unterrichte ich Englisch in einem anderen Gemeindeabschnitt, nahe des Stadtzentrums. Da ich hier generell wenig Bewegung bekomme und sich die sonst so billigen Moto-Taxi-Fahrten in der gesamten Woche schnell zu einem größeren Betrag summieren, gehe ich dort normalerweise zu Fuß hin. Dieser Fußmarsch dauert ca. eine Stunde.

Wenn man als Weiße/r in Ruanda spazieren geht, kommt es nicht selten vor, dass man kleine Kinder anlockt, wie die Motten das Licht. Normalerweise bleiben sie aber am Straßenrand stehen, winken und rufen einem zu. Häufig kommt es auch vor, dass man für einige hundert Meter eine nette Wegbegleitung hat.

Meine Wegbegleitung am Montag war jedoch etwas hartnäckiger. Erst war es ein kleines Mädchen, ich schätze so zehn Jahre (da kann man sich hier aber auch schnell vertun, sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen sehen unglaublich jung aus), sie blieb jedoch nicht lange allein. Nach weiteren 20 Metern gesellte sich einer ihrer Freunde dazu. Und diese beiden sind mir während der gesamten Wanderung von einer Stunde nicht von der Seite gewichen. Ihre Intention wurde sehr schnell klar. "Give me my money!" (ein ruandischer Sänger, der allen Weißen in seinem Land einen riesigen Gefallen tun wollte, hat vor einem Jahr ein Lied mit eben diesem Titel veröffentlicht - folglich ist das ein Satz, den alle Kinder hier beherrschen). Mein Kinyarwanda reicht aber inzwischen dafür aus, um diesen Kindern - hoffentlich schonend - beizubringen, dass ich das nicht tun werde. Also diskutierten sie meine Antwort für einige Sekunden und probierten weiter. "Give me my pen!" "Oya, sinshaka ikaramu!" (Nein, ich habe keinen Stift. "Ich werde euch keinen Stift geben" übersteigt leider meinen Horizont.) Das ging dann noch eine Weile so weiter, aber als ihnen die Vokabeln ausgegangen waren, wurde es ruhig.

Da die beiden aber keine Anstalten machten den Rückweg anzutreten, dachte ich mir, dass ich aus dem Rest des noch vor uns liegenden Weges auch gleich eine "Vokabelstunde unterwegs" machen könnte. Also legte ich los "What is this?" (ein Satz den alle Kinder aus dem Englischunterricht kennen - das ist allerdings oft die oberste Grenze) "This is a T-Shirt." "Very Good". Die Kinder hatten das Prinzip schnell raus und versuchten sich nun ebenfalls als Lehrer. "What is this in Kinyarwanda?" "Isharti." Als ich dann endlich bei der Kirche ankam, hatten beide Fronten so ziemlich alle Vokabeln ausgetauscht, die sie in der anderen Sprache beherrschen.

Höflich wie ich bin, habe ich ihnen noch zum Abschied die Hand gegeben, mich bei jedem persönlich verabschiedet (ich hatte nämlich sogar die Namen gelernt) und habe mich dann auf zu meinen nächsten Schülern begeben. Und Rosette und Pascal haben wieder den Heimweg angetreten. Aber das Ganze hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich ihnen am liebsten wirklich "ihre Stifte" gegeben hätte...hätte ich welche gehabt.

 

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